Testbetrieb mit echtem Oberleitungsbetrieb

Vorgeschichte : Vor einiger Zeit hatte ich in meinem Blog Herzstücke aus 3D-gedrucktem Stahl vorgestellt. Mit diesen wollte ich die Weichen auf meiner Modellschneck ausrüsten um die Kontaktprobleme der 2-achsigen Triebwagen zu lösen. Leider paßten sie vom Maß her nicht und ich habe sie deswegen nochmals korrigiert und nochmals bei Shapeways bestellt. Leider wurden sie diesmal abgelehnt, da die Spitze im Herzstück zu dünn sei und nicht sauber gedruckt werden könnte. Diskussionen waren zwecklos – ich bekam keinen weiteren Herzstücke gedruckt.

Als ich mich damals mit dem Konzept für die Modellschneck befaßt habe, kam ich auch an den Punkt an dem ich mich zwischen echtem Oberleitungsbetrieb und normalem Betrieb mit Gleisstrom entscheiden mußte. Ich recherchierte ein wenig im Internet und fand dort hinweise, daß Oberleitungsbetrieb nicht so ganz einfach wäre, insbesondere wenn man Digital fahren möchte, da dies sehr störanfällig sei… So entschied ich mich für den Gleisstrom mit den damit verbundenen Mehraufwand bzw. Problemen von Kehrschleifenelektronik und den Herzstücken.

Als ich nun kürzlich mein Video auch im Modelltram-Forum vorgestellt habe kam auch dort die Frage auf, warum ich denn nicht mit echtem Oberleitungsbetrieb fahren würde, was doch vieles vereinfachen würde. Wenn alle 4 Räder eines Triebwagens den Massepol darstellen und der Fahrstrom aus dem gefederten Stromabnehmer komme wären auch Weichenherzstücke kein Problem mehr. Und das mit Problemen bei Digitalbetrieb sei ein Märchen das sich hartnäckig halten würde, aber völlig unbegründet sei.

Also habe ich mir gestern Abend meinen Diensttriebwagen vorgeknöpft und diesen für Oberleitungsbetrieb umgebaut. Beide Radschleifer wurden als Masse an den Dekoder gelegt und der zweite Pol kommt nun vom Stromabnehmer. Hier habe ich einen feinen Lackdraht nach oben geführt, der direkt am Schleifstück angelötet wurde. So entstehen keine Verluste durch die ganzen Gelenke im Stromabnehmer. Anschließend wurde das Segment „Pfälzer Weinberge“ provisorisch mit Klemmkabeln für den Oberleitungsbetrieb angeschlossen. Doch bevor es richtig los gehen konnte mußte ich noch die Farbe von der Unterseite des Fahrdrahtes bekommen. Da ich nicht davon ausgegangen war die Fahrleitung so zu nutzen war ich beim einpinseln nicht sonderlich sorgsam gewesen. Doch nach einigem Putzen war sie irgendwann wieder blank und das Ergebnis könnt ihr in folgendem kleinen Video sehen.

Was soll ich sagen : Ich bin total begeistert. Die Langsamfahreigenschaften, bei der „Schneck“ ja besonders wichtig“ sind nochmals verbessert wie die Schleichfahrt auf der kleinsten Fahrstufe beweit. Auch sonst kommt es zu keinerlei Problemen bzgl. des Digitalbetriebes. An dieser Stelle noch mal meinen besten Dank an die Leute im Modelltram-Forum für die gute Beratung und die erbrachte Überzeugungsarbeite. Somit gehört nun nicht nur „Echtdampf“ in mein Repertoire, sondern eben auch „Echt-Oberleitung“.

In den nächsten Tagen/Wochen werde ich nach und nach die Fahrzeuge und vorallem die Anlage umrüsten. In diesem Zuge werden auch die elektrischen Weichenantriebe ausgebaut und durch Federweichen oder Handweichen ersetzt. Somit brauche ich nur noch den reinen Fahrstrom zum Betreiben der Anlage und kann auf den zusätzlichen Schaltstromkreis verzichten.

Einziger Wehrmutstropfen wird sein, daß ich die Schattenkehrschleife ebenfalls mit Oberleitung ausrüsten muß und noch mehr, daß ich den Schattenbahnhof neu konstruieren muß. Aber auch diesen werde ich wohl in eine Kehrschleife umbauen mit Abstellgleisen, so daß ich auch mal reinen Dauerfahrbetrieb fahren kann, was gerade für Ausstellungen nicht das verkehrteste ist.

Grüße, Gerd

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